Besuch der Biennale

Ein Besuch auf der Biennale in Venedig? Nein, die Biennale im KOOIO! Künstlerisch liegen diese beiden sehr nahe beieinander.

Ich war erst kürzlich in Venedig, habe mich dort durch die Gassen gedrängt, auf der Suche nach den Sub-Ausstellungen der Biennale, die über die ganze Stadt verteilt sind. Der Weg ins KOOIO ist sehr ähnlich: Viele Menschen auf den Gassen (der Innsbrucker Altstadt), ein Sprachengewirr und dann über eine Brücke, das Rauschen des Kanals unter mir – und schon stehe ich mitten in der Ausstellung.

Nicht nur die Besucher sind bunt gemischt, auch die Kunst an den Wänden. Die Biennale im KOOIO präsentiert alle zwei Jahre aufs Neue die Arbeiten der Vereinsmitglieder. Vielfältig im Ausdruck, in der Technik und in der Qualität. Auf jeden Fall sehenswert!

Aus fotografischer Sicht stechen hier drei Aussteller hervor: Barbara Löffler, Thomas Driendl und Thomas Oberhammer.

Barbara ist aus meiner Sicht klassisch unterwegs. Digital übereinander komponierte Motive zeigen Venedig bei Tag und bei Nacht – da ist es schon wieder: Venedig! Zwei Bilder genügen, um das Flair der Lagunenstadt zu transportieren. Klassische Fassaden und Lichtspiele auf der Wasseroberfläche – und schon tauche ich wieder ein in die Stadt der Kanäle, Brücken und Palazzi.

Thomas Driendl hingegen geht einen ganz anderen Weg. Seine zunächst banalen Motive sind radikal überzeichnet. Helle Flächen werden komplett eliminiert. Der Aluminiumuntergrund leuchtet markant hervor. Die silbernen Linien und Flächen werden durch die farbigen Reststrukturen kontrastiert – großformatig und eindrucksvoll.

Thomas Oberhammer ist als „Special Guest“ bei der Biennale vertreten. Eliza hat ihm das großartige Kabinett zur Verfügung gestellt. Dort zeigt er seine Abschlussarbeit aus der Prager Fotoschule: „Zersplitterung“. Die großformatige Projektion wird von drei Prints aus derselben Serie flankiert.

Nicht zu vergessen ist natürlich auch Thomas’ Wandkalender 2027. Hier finden sich seine Eindrücke von seiner Südamerikareise wieder. Als ich den Raum verlasse, bemerke ich eine kleine Gruppe von Besuchern, die eifrig über die Kalenderbilder und die dargestellten Orte diskutiert. Andere nehmen Platz und folgen beeindruckt der mit Lyrik unterlegten Videopräsentation.

Wie immer finden sich im KOOIO viele liebe Menschen zusammen. Bekannte und neue Gesichter mischen sich. Als ich die Galerie wieder verlasse, gehen die vertrauten und interessierten Gespräche mit den Künstlern und Besuchern noch lange weiter, und ich freue mich schon auf die nächste Biennale. Nein, nicht die in Venedig, sondern die im KOOIO!

Bild und Text: Christian Schilffarth (c) 2026