Tage der Offenen Ateliers 2026

Mir schlagen die Flammen entgegen, als ich die Tür zum Tanzstudio Street Motion öffne. Barbara Löffler hat hier im Eingangsbereich schon erste Bilder platziert. Quasi die „Appetizer“ für das was noch kommt. In den Bildern sind die Fertigkeiten eines Feuerspuckers eindrucksvoll festgehalten. Da geht Peters feines Werk, mit seiner filigranen Multilayertechnik fast unter, dass sich hier anschließt.

Andreas Gänslucker

Die Reihung der Künstler im großen Ausstellungsraum ist zufällig. Andreas Gänslucker findet so mit seinen Infrarotbildern gleich an erster Stelle seinen Platz. Andreas zeigt nicht nur seine Werke, sondern erklärt auch, anhand von Beispielen, den Werdegang – von der Aufnahme bis hin zum fertigen Print. Von Schwarzweiß bis Falschfarben. Er nützt für seine eindrucksvollen Werke das volle Spektrum. So entstehen Winterlandschaften im Sommer, oder der Himmel und die Berge werden in ein surreales Licht getaucht.

Zitat: Die Tage der offenen Ateliers waren für mich zwei wundervolle Nachmittage voller inspirierender Begegnungen mit Fotofreunden und zahlreichen interessierten Besucherinnen und Besuchern. Besonders bereichernd war die Vielfalt innerhalb unseres Vereins Fotokreis.art. Von analog bis digital, experimentell bis realistisch, vom Berufs- bis zum Hobbyfotografen. Ich habe mich sehr wohl gefühlt und es sehr genossen, meine Infrarotfotografien präsentieren und darüber ins Gespräch kommen zu dürfen. (A.G.)

Peter Lercher

Peter Lercher präsentiert eine Vielzahl von Bildern auf engstem Raum. Ich benötigt ein wenig Zeit, um sich hier zurecht zu finden. Für mich beschreibt des Begriff „Abstraktion der Bewegung“ am besten, was Peters Bilder ausmachen. Die starke Farbigkeit der Bilder halten den Betrachter fest. Die Realität verliert ihre Bedeutung und so werden zum Beispiel Fichtenzweige im Wind zu schwarzen Engelsschwingen oder Landschaften zu expressiven Grafiken.

Zitat: “Ich habe den Austausch mit der großen Diversität von Besucher und Fachleuten auf der TOA-2026 sehr interessant gefunden. Soziodemografisch war ein Überhang an Frauen und älteren Personen im Besucherkreis zu erkennen. (P.L.)

Rudy de Moor

Rudy de Moor, ist ein erfahrener und preisgekrönter Pressefotograf. Er kann aus einem fast unendlichen Fundus an Aufnahmen schöpfen. Rudy hat viel zu erzählen, aus seiner Zeit als aktiver „Fotoreporter“, in der er nicht nur die ganze Welt gesehen, sondern auch eine Vielzahl an Prominenten getroffen und abgelichtet hat. Er weiß seine Besucher mit spannenden und lustigen Anekdoten aus dieser Zeit zu unterhalten. Aber es gibt auch eine neue fotografische Seite von Rudy. Er hat sich auf den Weg von der klassischen Landschaftsfotografie zur Abstraktion gemacht. Das macht sein Werk, in meinen Augen so glaubwürdig, da hier ein solider Handwerker seinen Stil und Ausdruck neu definiert.


Zitat: Eigenbrötler die wir sind, haben wir nie viel von Gruppenausstellungen gehalten. Bis Fotokreis uns bei der ToA etwas anderes gelehrt hat. Es war toll in eine so freundlichen und kameradschaftlichen Atmosphäre ein paar Fotos ausstellen zu dürfen. Wir haben uns über die viele Besucher gefreut. Nächstes Jahr gerne wieder! (R.d.M.)

Christa Kofler

Christa Kofler zeigt eine weitere Serie ihrer „Inventarium“ Reihe. Mal wieder überrascht Christa mit Gegenständen aus ihrer persönlichen Umgebung, freigestellt, auf neutralem oder farbigem Hintergrund. Ich muss jedes Mal schmunzeln. Die Gegenstände sind so alltäglich, dass wir kaum noch auf ihre Details achten. Aber Christa versteht es gekonnt, den Gebrauchsgegenständen einen eigenen Charakter zu geben – nur durch Licht und Schatten. So entstehen scheinbar neue Objekte, jedoch finden sich diese auch bei jedem von uns zuhause. Es ist der feine Humor, mit dem Christa ihre Bilder garniert, um sie so zu sehenswerten Kunstwerken werden lassen.

Christian Schilffarth


Mein Ausstellungsbeitrag konzentriet sich diese Jahr ganz auf die analoge Filmfotografie. Ich zeige hier vier aktuelle Werke, in klassischer Analogtechnik.

Zitat: „Je intensiver ich mich mit Fotografie beschäftige, umso klarer wird mir, dass dies für mich der bessere und ehrlichere Weg ist. Ich versuche mit solider handwerklicher Arbeit meinen Ausdruck in den analogen Schwarzweiß-Aufnahmen zu finden“.

Da stehen dann hübsch aufgereiht Bilder von drei florentinischen Grazien im stillen Gespräch, der Teufel, der den Menschen malträtiert, der Blick durch eine barocke Brücke oder der Ausschnitt des Schleiferstegs in Nürnberg.

Werner Gstrein

Werner hatte vor ein paar Monaten die großartige Chance drei Monate in Marseille, im Rahmen eines „Artist in Residence“ Aufenthalts, verbringen zu können. Das fotografische Werk, mit dem Werner zurück kam ist gigantisch. Es gilt mehrere tausend Aufnahmen zu sichten, zu kategorisieren und zu selektieren. Eine kleine Auswahl hatte Werner mitgebracht. Eine Mischung aus Street-Fotografie, Stadtlandschaft und Szenenfotografie. Es ist eine sehr persönliche Sicht auf diese gigantische Stadt aber nur ein kleiner Ausschnitt aus seinem Archiv, welches in diesen drei Monaten entstanden ist.

Zitat: Ich habe versucht, mit wenigen Bildern meine Eindrücke der großen Stadt Marseille wiederzugeben, die sie in mir hinterlassen hat. (W.G.)

Peter Perkmann


Peter repräsentiert für mich die Abstraktion in der Fotografie schlechthin. Auf die Frage: „Was hast du denn da fotografiert?“ – kann er ganz tolle Geschichten erzählen. Das führt zwar nicht unbedingt zur Klärung, regt aber die Fantasie des Betrachters an. Großformatig, farbenfroh und spannend – so würde ich die ausgestellten Werke zusammenfassen. Er zeigt dieses Jahr eine schöne Retrospektive, mit den interessanten Highlights, aus verschiedenen Ausstellungen. Für mich aber waren die Kleinen das Größte. Peter hat ein paar kleinformatige Prints in quadratische ca. 10 x 10 cm Rahmen gepackt. Landschaften, minimalistisch und grafisch fein gemacht. So entstehen interessante und dekorative Kleinkunstwerke. Einfach klasse.

Dagmar Reinstadler-Hanak

Dagmar setzt sich im Rahmen eines aktuellen Fotoworkshops intensiv mit verschiedensten Aufgabenstellungen auseinander. Daraus zeigt Dagmar eine aktuelle Serie. Ein fallendes Blatt entfaltet seine Dynamik in der Luft und wird zu einer interessanten Grafik aus Linien. Es entstehen neue Formen und Ausdrücke. Die kleine ausdrucksstarke Serie wird durch mehrere großformatige Prints flankiert. Beeindruckend dabei ist für mich, die Vielfältigkeit ein und desselben Objekts und die spannende Wirkung, die hier auf Dagmars Bildern ihren Ausdruck finden.

Zitat: Es ist schön zu sehen, wenn Besucher in deine Bilder eintauchen und ihre eigene Geschichte darin entdecken. Vielleicht hätte es das Gedicht zu meiner mystisch angehauchten Bildserie „Das Elfenblatt“ gar nicht gebraucht, denn die meisten Besucher haben auch so erkannt, was ich damit aussagen wollte. Es wurden Details entdeckt, welche auch mir verborgen blieben. Die Fantasie kennt keine Grenzen und das ist schön. Es war ein wunderbares Wochenende mit vielen guten Gesprächen und Eindrücken. (D.R-H.)

Thomas Oberhammer

Thomas ein eher stiller Zeitgenosse. Im Rahmen seiner Ausbildung an der Prager Fotoschule beschäftigt sich Thomas intensiv mit der künstlerischen Seite der Fotografie. Das ist ein langer und mühevoller Weg, von der klassischen Fotografie zum persönlichen Ausdruck. Hier gibt es Höhen und Tiefen, schwächere und starkte Bilder in seiner Historie. Mit seiner Diplomarbeit hat Thomas aber einen Meilenstein gesetzt. Es ist eine sehr persönliche Arbeit. Aus eigenen Texten und Bildern wird ein ausdrucksstarkes Gesamtkunstwerk. Die Selbstportraits in zerbrochenen Spiegeln, in hartem Schwarzweißkontrast gehalten, sind schon ein Statement für sich. Das Video, das daraus resultiert, begeistert alle Besucher. Manch einer sieht sich die berührende Präsentation mehrfach an, um tiefer einzutauchen und zu verstehen.

Barnara Löffler

Feuer, Wasser, Luft – das sind die Elemente, mit denen Barbara spielt. Man hört förmlich das Meer rauschen, die Möven kreischen und spürt den kalten und feuchten Nebel von Venedig auf der Haut.

Zita: “In meinen Arbeiten thematisiere ich besondere Lichtstimmungen, Reflexionen und Spiegelungen. Besonders Venedig zieht mich immer wieder an. Ich bin fasziniert, welche Fülle ein einzelner Moment an einer Vaporetto-Haltestelle bereithält – vorausgesetzt, man beachtet ihn. Der Blick auf das Vaporettofenster offenbart zwei Ebenen, die sich kongenial ergänzen. Oder eine Treppe in der Nacht an einem kleinen Kanal: Dahinter ein schmaler Laubengang; die LED-Lichterkette eines Lokals spiegelt sich im Wasser und erzeugt eine lebendige Kalligraphie.”


Auch dieses Jahr haben wieder viele Besucher:innen die Möglichkeit genutzt, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Die vielen, sehr persönlichen Gespräche, boten einen schönen Einblick in die Gedankenwelt der Fotografen aus dem Künstlerkollektiv Fotokreis.art.

Autor: Christian Schilffarth