
Die Werkstatt für Analoge Film-Fotografie
Fotografieren ist ein Prozess, den der Fotograf keinem digitalen Algorithmus überlassen sollte. Fotografie ist Emotion, die den Menschen von der Idee bis zum fertigen Bild begleitet. Und wie vieles im Leben, ist der analoge Weg der, der am stärksten wirkt. Im Zentrum steht nicht die Technik. Es ist der “Prozess” des Fotografierens. Die analoge Fotografie bieten einen Weg, den Prozess zu entschleunigen und damit bewusster ein Bild zu gestalten. Der analoge Weg erfordert Mut, Kreativität, Erfahrung und viel handwerkliches Geschick. Das Ergebnis ist technisch nicht immer perfekt, aber das Bild hinterlässt einen bleibenden Eindruck, und ist ein Unikat.
Schwarzweiß im Fokus
Die Fotografie in Schwarzweiß ist ein Anachronismus aus der Zeit, als Abbilder noch auf Glasplatten und später auf Film gebannt wurden und es noch keine Farbpigmente in der Emulsion gab. Was früher eine technische Restriktion war, ist heute eine Möglichkeit der Abstraktion. Fotografie bildet nie die Realität ab, sondern zeigt immer eine visuelle Interpretation des Fotografen. Durch das Weglassen der Farbe kann der Fotograf eine weitere Verfremdung und eine stärkere Fokussierung erreichen. Dieser zusätzliche Schritt dient der Emotionalisierung einer Aufnahme.
Wenn Du Lust hast, diesen Weg zu erkunden und zu erlernen, bist du hier genau richtig. Ich bietet dir hier die Möglichkeit, individuell oder in einer kleinen Gruppe die notwendigen Basistechniken zu erlernen. Gerne begleite ich dich auf deinem Weg weiter und unterstützte dich mit meiner Erfahrung aus der Welt der analogen Filmfotografie.

über mich
Mein Name ist Christian SchilffARTh. Mein Weg zur Fotografie wurde schon früh durch meinen Vater bereitet. Mit 10 Jahren erhielt ich meine erste Kamera (Agfa Optima aus den 60er) und meinen ersten Film. Seitdem hat mich die Fotografie nie mehr losgelassen. Über die Zeit erlernte und erarbeitete ich mir die Fähigkeiten der Technik und der kreativen Bildgestaltung, die ich heute gerne weitergebe.
Auf einer Vielzahl von Ausstellungen waren meine Bilder schon zu sehen. Ob groß- oder kleinformatig, ob farbig oder schwarzweiß. Der Zauber, der in den analogen Bildern steckt, liegt auf der einen Seite im Fotografen begründet, auf der anderen Seite aber im Material. Keine Digitaltechnik der Welt kann den analogen Prozess und die Haptik ersetzten oder den Ausdruck, den eine Filmnegativ bietet. Das macht für mich den Reiz aus.
Häufig höre ich die Aussagen: “Ja, mit Film habe ich früher auch fotografiert. Aber seit ich digital fotografiere ist das alles viel einfacher geworden.” Dabei geht es bei der analogen Fotografie nicht um die “Vereinfachung”, sondern um das Beschreiten des gesamten Prozesses. Am Ende erhält der Fotograf nicht nur ein Unikat. Viel mehr ist mit jedem Negativ und dem daraus resultierenden Bild eine Emotion verbunden. Diese Emotion kann das “digital Imaging” niemals bieten.

Der Weg
Der Prozess
Analoge Filmfotografie ist ein Prozess, der sehr viel Sorgfalt erfordert. Jeder einzelne Schritt will gut bedacht sein. Der Schwarzweißprozess birgt zusätzliche Einschränkungen, die bei der Wahl des Motivs, des Films, der Belichtung und der Filmentwicklung berücksichtigt werden müssen. Alles beginnt mit dem Sehen in “schwarzweiß”.
Sehen lernen
Sehen in Schwarzweiß, bedeutet nicht nur, die Farbe weg zu lassen, sondern das Motiv auf seine grafischen Elemente zu reduzieren. Flächen und Kanten entstehen durch Licht und Schatten. Die Raumtiefe durch die Verwendung verschiedener Graustufen. Ich betrachte also nicht das Objekt als solches, sondern die Formen, die durch Licht und Schatten entstehen. Daraus gilt es eine Komposition zu entwickeln. Aber nur wenn das richtige Filmmaterial zum Einsatz kommt, wird das gesehene auch sichtbar.
Der Film
Die Wahl des Filmmaterials ist entscheidend für das Ergebnis. Panchromatisch oder orthochromatisch, die Filmempfindlichkeit, die Gradation und vieles Mehr, sind vor einer Aufnahme in Betracht zu ziehen. Fein- und grobkörnige Emulsionen lassen sich gezielt zur Gestaltung einsetzten. Durch gesteuertes Über- oder Unterbelichten und einer angepassten Filmentwicklung (Pull oder Push) lässt sich die Gradationskurve beeinflussen. All diese Dinge sind weitaus wichtiger als die Wahl der Kamera.
Die Kamera
Die Kamera und ihr Objektiv sind das Werkzeug, nicht mehr. Das Wichtigste an diesem Werkzeug ist die Zuverlässigkeit. Neben der Lichtdichtigkeit der Kamera, sind vor allem die Belichtungszeiten ein kritischer Punkt. Nur wenn die gewählte Belichtungszeit von der Kameramechanik auf den Verschluss korrekt übertragen wird, kann die Belichtung des Films gelingen. Dem vorausgegangen ist eine bewusste Belichtungsmessung.
Die Aufnahme
Vor dem Betätigen des Auslösers steht, die korrekte Belichtungsmessung. Die Basis dafür legt die Filmempfindlichkeit fest. Der Belichtungsmesser interpretiert jeden Messpunkt als 18% grau und passt seine Messwerte dementsprechend an. Also egal, ob ich einen dunklen oder einen hellen Bereich anmesse, das Ergebnis aus Belichtungszeit und Blendenöffnung ergibt auf dem Filmnegativ immer die gleiche Helligkeit (Zone 5). Das gilt es zu nutzen. Das Verständnis über das Zonensystem (Ansel Adams) kann hier sehr hilfreich sein. Die Festlegung der Filmempfindlichkeit und die dafür optimierte Belichtung (Blende und Zeit), zeigen ihr Ergebnis nach einer sorgfältigen Filmentwicklung.
Ein, in der Kamera integrierter, Belichtungsmesser kann eine sehr hilfreiche Ergänzung sein. Es ist aber wichtig zu verstehen, wie dieser Belichtungsmesser arbeitet und welche (digitale) Logik damit verknüpft wird. Ein Handbelichtungsmesser ist auf jeden Fall eine sinnvolle Ergänzung, wenn dieser eine Lichtmessung und eine differenzierte Objektmessung (Spot-Messung) erlaubt.
Hinweis:Das “Denken” in Blendenstufen (F-Stops) erleichtert den gesamten Prozess. Nicht nur bei den Aufnahmen, sondern auch später bei der Belichtung auf Fotopapier. Dabei gilt, dass die Änderung einer ganzen Blendenstufe (bzw. einer Belichtungszeitstufe) immer eine Halbierung (Blende schließen/Belichtungszeit verkürze) bzw. eine Verdoppelung (Blende öffnen/Belichtungszeit verlängern) der Lichtmenge, auf dem Fotomaterial entspricht. Um diesen Vorgang präzise steuern zu können, ist es hilfreich Objektive zu verwenden, die 1/3 Blendenstufen offerieren.
Die Filmentwicklung
Bei der Filmentwicklung sind Sorgfalt, Sauberkeit und Reproduzierbarkeit wichtige Kriterien. Ich empfehle immer den Film selbst zu entwickeln. Fotogroßlabore waren früher einmal ein Garant für gute Ergebnisse, das ist heute leider nicht mehr so.
Für die Entwicklung von einem Schwarzweißfilm werden nur wenige Dinge benötigt. Der Vorgang selbst lässt sich im Badezimmer zu Hause, im Hotel oder in der Küche einfach bewerkstelligen. Die Utensilien dazu (siehe Link: Dunkelkammer) sind im Zubehörhandel leicht zu bekommen.
Wichtig ist, dass der belichtete Film, in absoluter Dunkelheit, von der Patrone auf die Entwicklungsspule überführt wird. Der zweite wichtige Punkt ist die exakte Temperierung des Entwicklerbads. Schon 2° C unterschied führen zu einem anderen Ergebnis. Auch der Kipprhythmus und die Entwicklungszeit beeinflussen maßgeblich das Ergebnis. Nach dem Unterbrechen des Entwicklungsprozesses (mit einem einfachen Wasserbad), folgt die Fixierung. Auch hier sind die Zeit und die Agitation wichtig für die Langlebigkeit der Negative. Eine staubfreies und ausreichend langes trocken des Negativstreifens schließt den Vorgang ab.
Jetzt stellt sich die Frage, wie es weiter gehen soll. Im Hybridprozess werden die Negative digitalisiert. Im analogen Prozess geht es jetzt weiter in der Dunkelkammer.
