von Dagmar Reinstadler (fotokreis.ART)
Die „Meisterklasse Kreative Fotografie“ bei Helga Partikel in München nähert sich dem Abschluss. Mein letzter Zwischenstand endete mit dem Einstieg in Modul 5: „Die Kraft der Reduktion“. Ein Thema, auf das ich mich sehr gefreut hatte, da ich den minimalistischen Ansatz in der Fotografie schätze. Rückblickend war dieses Modul jedoch das bisher intensivste und zeitaufwendigste des gesamten Kurses.
Die erste Aufgabenstellung forderte das Isolieren des Hauptmotivs – des „Königs im Bild“ – durch sechs verschiedene gestalterische Methoden: Brennweite, Belichtung, Schärfentiefe, Licht und Schatten, Ausschnitt sowie Bewegungsunschärfe. Die Schwierigkeit bestand darin, alle Techniken auf ein einziges, selbst gewähltes Thema anzuwenden. Ich entschied mich anfangs für die Landschaftsfotografie.
Die Umsetzung der Bewegungsunschärfe bereitete mir dabei echtes Kopfzerbrechen. Das Ziel war ein reduziertes Bild mit einem scharfen Motiv im Hintergrund und Bewegung im Vordergrund. Meine Wunschvorstellung von einem einsamen Baum und einem vorbeifahrenden Radfahrer ließ sich in der Realität trotz ausgiebiger Suche nicht umsetzen.
Schließlich disponierte ich um. Mein Mann musste als Model herhalten und vor einer metallischen Hausfassade mit einem roten Punkt in der Mitte herlaufen.
Dieser erzwungene Themenwechsel von „Landschaft“ zu „Metall“ bedeutete, dass ich noch einmal ganz von vorne beginnen musste. Paradoxerweise wurde genau dieses Bild, das mich die meiste Energie gekostet hatte, von Helga sofort freigegeben. Bei den übrigen Methoden waren weitere Anläufe nötig. Unerwartet stellte sich dabei die Reduktion durch die richtige Brennweitenauswahl als meine größte gestalterische Hürde heraus. Ich weiß gar nicht mehr, wie viele Orte ich mit dem Teleobjektiv abgeklappert habe, um nach passenden Metallelementen zu jagen.
Nach der darauffolgenden, deutlich einfacheren Aufgabe 2 (Reduktion in Landschaft, Street- und Objektfotografie) war mein kreativer Akku erst einmal leer und ich legte eine Pause ein.
Aktuell arbeite ich am finalen Modul 6, der freien Abschlussaufgabe. Mein Konzept hat Helga überzeugt und die Umsetzung geht mir leicht von der Hand – ein schöner und hart erarbeiteter Erfolg zum Kursabschluss.

